Beim Fahrzeug wird im Verbrennungsmotor Energie in Wärme umgewandelt. Damit der Motor nicht überhitzt übernimmt das Motor-Kühlsystem diese Aufgabe. Die Kühlflüssigkeit nimmt in diesem System die Wärme auf und transportiert sie zum Kühler, der die Wärme abgibt. 

So vermeiden sie eine Überhitzung des Motors

Mit einem leistungsstarken Motor-Kühlsystem ist die sichere Funktion des Motors unter allen Betriebs- und Witterungsbedingungen gewährleistet. So werden unangenehme Pannen durch Überhitzung des Motors und teure Reparaturen vermieden.

Gerade im Sommer bei starker Hitze und langen Fahrten ist es wichtig, das ausreichend Kühlmittel vorhanden ist wenn der Motor so richtig in Fahrt kommt. Durch die Verbrennung des Kraftstoffs ensteht chemische Energie, welche in Reibung, Bewegungsenergie und Wärme umgewandelt wird. In der Motorkühlung wird die überschüssige Wärme an die Außenluft abgegeben. Zunächst geht die Wärme auf die Bauteile des Motors über, anschließend wird sie an das Kühlmittel abgegeben und durch Zirkulation der Kühlflüssigkeit zum Kühler weitergeleitet. dieser gibt sie nach außen ab. Um die Temperatur der Kühlflüssigkeit konstant zu halten, wird der Kühlmittelfluss von einem Thermostat gesteuert.

Kühlmittel besitzen auch Frost- und Rostschutz

Für das Abkühlen des Motors wird häufig entmineralisiertes Wasser oder destilliertes Wasser verwendet. Um bei Minusgraden ein Einfrieren des Wassers zu verhindern, sollte es mit Frostschutzmittel gemischt werden. Denn gefriert die Flüssigkeit, dehnt sie sich aus. Die fatale Folge ist das der Kühlkreislauf platzt, es entsteht ein Leck und Flüssigkeit läuft aus. Spezielle Additive bieten einen zusätzlichen Korrosions- und Rostschutz. Daher ist das Kühlmittel im Auto ist eine Mischung aus destilliertem, entionisiertem Wasser und Frostschutzmittel. Das empfohlene Mischungsverhältnis von Wasser und Frostschutzmittel reicht dabei von 40:60 bis 60:40. Als Frostschutz kommen alkoholhaltige Substanzen wie

  • Monoethylenglykol
  • Ethylenglykol
  • oder Propylenglykol zum Einsatz.

Ein Frostschutzmittel ist notwendig, damit das Kühlmittel auch bei einer Temperatur von -25° Celsius flüssig und das Kühlsystem von Frostschäden verschont bleibt. Kühlerfrostschutz ist mit Vorsicht zu handhaben, da die giftigen Inhaltsstoffe die Hautbarriere überwinden können. Das Tragen von Schutzhandschuhen ist Pflicht!

Wo Wasser und Metall zusammentreffen, droht Korrosion. Dies gilt auch für Kühlwasser im Auto. Als Korrosionsschutz wird bei der neuesten Kühlmittel-Generation eine organische Säure wie Caboxylat verwendet. In vielen Kühlflüssigkeiten kommen nach wie vor anorganische Silikate zum Einsatz. Beide Stoffe verhindern zuverlässig die Bildung von Rostpartikeln und Rotschlamm. Die Additive beugen so einem vorschnellen Verschleiß von Kühlerlamellen und allen in Kontakt mit dem Kühlmittel kommenden Komponenten vor.

Während Kühlmittel mit Silikaten nach einer Laufleistung von 60.000 km oder 3 Jahren zu ersetzen sind, ist der Austausch von Kühlmitteln mit Caboxylat erst nach einer Viertelmillion km oder einem Zeitraum von 5 Jahren erforderlich.

Das Kühlsystem des Motors regelmäßig kontrollieren. Funktioniert dieses nicht richtig, überhitzt der Motor. Das führt zum Durchbrennen der Zylinderkopfdichtung und zum Motor-Totalschaden.

Die Farbe des Kühlmittels im Auto hat Aussagekraft

Mann füllt blaues Kühlmittel ins AutoFür Kühlmittel im Auto besteht keine internationale Spezifizierung wie beim Motoröl. Die Flüssigkeiten verschiedener Anbieter und Automobilhersteller besitzen aber unterschiedliche Farben, die in gewissem Rahmen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung zulassen. Grünes und blaues Frostschutzmittel ist mit Silikaten versetzt. Bei einem rötlichen Frostschutzmittel übernehmen organische Säuren den Korrosionsschutz. Ein Kühlmittel ist nur mit einem Kühlmittel gleicher Farbe aufzufüllen. Da verbindliche Standards zu Kühlmitteln fehlen, werden die von Volkswagen und BASF angewandten Spezifikationen als Referenz betrachtet. Die Kühlmittel-Spezifikationen der beiden Industrie-Konzerne sind in weiten Teilen identisch. Die meisten Hersteller von Kühlmitteln beziehen sich für ihre Freigaben auf die von VW und BASF festgelegten Klassen.

Automobilhersteller wie BMW, Daimler und Nissan verwenden eigene Spezifikationen. Sie vergeben interne Freigaben, die sich aufgrund fehlender Kennzeichnungen der Inhaltsstoffe von Fremdherstellern nur ansatzweise rekonstruieren lassen. Autofahrer sollten daher als erstes einen Blick in das Handbuch ihres Fahrzeugs werfen. In den meisten Fällen wird zwar das (teure) Kühlmittel des Automobilherstellers empfohlen, jedoch lassen sich auch indirekte Hinweise zu Inhaltsstoffen entnehmen. Fremdhersteller von Kühlmitteln geben auf ihren Produkten Fahrzeug-Empfehlungen, die sich auf die Freigaben der Automobilhersteller beziehen.

Im Notfall hilft Mineralwasser

Beim Auffüllen von Kühlmittelflüssigkeit ist die gleiche Sorgfalt wie beim Nachfüllen von PKW Motoröl angebracht, da bei Verwendung eines falschen Kühlmittels Schäden am Kühlsystem auftreten können. Ein Kühlmittel mit Silikaten darf nicht mit einem Kühlmittel im Auto gemischt werden, das organische Additive zum Rostschutz verwendet. Nur im Notfall sollte Wasser aus der Wasserflasche nachgefüllt werden, um bei einem Kühlmittelverlust eine Überhitzung des Motors zu vermeiden.

Vorsicht beim Öffnen des Kühlmittelbehälters – bei heißem Motor drohen Verbrühungen. Auch nach Abkühlen des Motors ist der Kühlmittelbehälter mit Umsicht zu öffnen. Die Flüssigkeit nach dem Auffüllen durch reguläre und den Spezifikationen des Herstellers entsprechende Kühlflüssigkeit ergänzen oder tauschen. Im Notfall ist die Verwendung von Mineralwasser vorzuziehen, da Leitungswasser die Verkalkung des Kühlsystems, fördert.

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