Der Winter ist vorbei und ein verschmutzter Motorblock ist unansehnlich und macht beim Öffnen der Motorhaube keine Freude. Auch wenn aus technischen Gründen eine Motorwäsche, also die Säuberung des Motorraums, eigentlich nicht notwendig ist, legen viele Autofahrer Wert auf eine reinliche Erscheinung des Antriebsaggregats. Doch es gibt auch ganz praktische Gründe für die Motorwäsche.

Verschmutzte und schmierige Oberflächen beeinträchtigen die Ästhetik des Motors und lassen markante Elemente wie Krümmer und Hersteller-Logo nicht mehr zur Geltung kommen. Beim Verkauf des Wagens schlägt sich ein schmuddeliger Motorblock oft in einem niedrigeren Verkaufspreis nieder. Insbesondere private Autokäufer schließen von einem äußerlich vernachlässigten Motor automatisch auf seine inneren Werte – mag die Maschine technisch auch tipptopp sein. Wer den Motorraum sauber hält, profitiert also auch von einem besseren Zeitwert.

Behutsame Reinigung statt Dampf und Wasser

Für die Reinigung des Motorraums sind sanfte Methoden und Reinigungsmittel zu wählen. Der Hochdruckreiniger sollte in der Garage bleiben und auch der Gartenschlauch hat bei der Säuberung des Motorraums nichts verloren. Moderne Motoren besitzen viele elektrische Komponenten und Dichtungen, die von einem Dampfstrahler oder einem Schwall Wasser in Mitleidenschaft gezogen werden können. Auch wenn die meisten Module und Steckverbindungen spritzwassergeschützt ausgelegt sind, ist bei der Reinigung behutsam vorzugehen.

Bei einer großflächigen Benässung des Motors mit dem Schlauch oder dem Dampfstrahler kann zudem Motoröl in die Kanalisation gelangen. Wer die Motorwäsche allzu wörtlich nimmt, schadet daher nicht nur dem Motor, sondern macht sich auch noch strafbar. Das selektive Bestrahlen mit einem Hochdruckreiniger ist nur bei einem stark verölten Motor angebracht. Dies darf jedoch nur eine mit einem Ölabscheider ausgestattete Werkstatt vornehmen. Meistens ist der Werkstattbesuch in solchen Fällen ohnehin erforderlich, um die Ursache für die Öl-Leckage zu beheben. Im Normalbetrieb reicht es, den Motor mit Reinigungsmitteln aus dem KFZ-Fachhandel zu säubern.

Das richtige Material für die Motorwäsche

Im Motorraum finden sich Werkstoffe aller Art. Je nach zu reinigendem Material kommen

Um die Hände vor Schmutz und Reinigungsmitteln zu schützen, sind Einmal-Handschuhe nützlich. Langflorige Mikrofasertücher nehmen den von den Reinigungsmitteln angelösten Schmutz auf. Mit Plastikfolien und Klebeband lassen sich feuchtigkeitsempfindliche Teile abdecken. Um auch in schwer zugängliche Ecken des Motorraums zu gelangen, sind Detailing Pinsel von Nutzen. Für große Flächen wie die Motorabdeckung lässt sich eine weiche Bürste verwenden. Bei der händischen Reinigung des Motorraums muss sich der Autofahrer oft weit vorbeugen. Um durch die Gürtelschnalle oder metallische Knöpfe verursachte Kratzer im Autolack zu vermeiden, sollten die Kotflügel mit Gummimatten geschützt werden.

Feiner Sprühnebel entfaltet große Wirkung

Die Säuberung des Motorraums darf nur bei erkaltetem Motor durchgeführt werden, allerdings verbessert eine leichte Restwärme die Reinigungsleistung und lässt die verwendeten Mittel schneller wirken. Zunächst sind Laub und Sand aus allen Winkeln des Motorraums abzusaugen. Anschließend sind alle empfindlichen Komponenten mit Plastikfolien oder kleinen Plastiktüten zu bedecken. Nach dem Fixieren mit Abklebeband kann das nach Anweisung des Herstellers verdünnte Reinigungsmittel mit einer Sprühpistole im Motorraum verteilt werden.

Das feine Sprühöl kriecht selbst in versteckte Ritzen und entfaltet dort seine Reinigungswirkung. Bevor das Reinigungsmittel antrocknet, ist es mit dem leicht angefeuchteten, langflorigen Mikrofasertuch abzureiben. Durch die langen Fasern des Reinigungstuches werden auch verschmutzte Kanten, Rippen und Rillen wieder sauber. Kleinteilige und unebene Elemente lassen sich mit dem Detailing Pinsel einpinseln und anschließend sauber wischen.

Wachs aus der Sprühdose für nachhaltigen Schutz

Kunststoffpflegemittel hilft beim Reinigen von Kunststoffabdeckungen wie der Motorabdeckung oder dem Luftfilterkasten. Zum Auftragen eignet sich ein Schwamm am besten. Anschließend wird das Mittel mit dem Mikrofasertuch abgenommen. Wer den Motor längerfristig vor erneuter Verschmutzung bewahren will, kann ihn abschließend mit Motorschutz-Wachs einsprühen. Das Konservierungswachs aus der Sprühdose gelangt in alle Ecken und Falzen des Motorraums. Es schützt nicht nur vor Witterungseinflüssen, sondern bewahrt metallische Teile – ähnlich wie ein Korrosionsschutz Öl – auch vor Korrosion.

Titelbild: Bhakpong / istockphoto
Textbild: TERADAT SANTIVIVUT / istockphoto