Mit einer Autopolitur lassen sich der alte Glanz und die Schutzfunktion des Lacks wiederherstellen. Denn der Autolack ist die schützende Haut des Autos. Doch Sonne, Regen, Schnee und Split hinterlassen im Laufe der Jahre deutliche Spuren. Bei richtiger Ausführung funkelt der Lack wieder wie neu.

Vor der eigentlichen Autopolitur steht eine gründliche Reinigung des Lacks. Der erste Schritt ist eine Fahrt in die Waschanlage. Nach der Autowäsche sind verbliebene Wasserspuren sorgfältig abzutrocknen. Den Lack beim Polieren nicht dem Sonnenlicht aussetzen, daher für die weiteren Arbeitsschritte einen schattigen Platz suchen. Um während der Arbeit keine neuen Kratzer in den Lack einzubringen, sind Gürtel, Ringe und Armbanduhr abzulegen. Die Hände mit Handschuhen vor dem Umgang mit den Poliermitteln und Reinigungsmitteln schützten.

Autolack für die Autopolitur präparieren

Auto-Allzweckreiniger beseitigt verbliebene Schmutzreste auf dem Lack. Mit einem Harz- und Teer-Entferner klebrige Stoffe und so weiter beseitigen. Für einen guten Politur-Erfolg muss der Lack jedoch porentief rein sein. Daher sind im nächsten Schritt auch mikrofeine Schmutzpartikel aus dem Klarlack zu entfernen. Ein perfektes Ergebnis lässt sich mit dem Auftragen von grober und feiner Reinigungsknete erzielen.

  1. Ein etwa 50 g großes Stück von der groben Reinigungsknete abtrennen und zu einem flachen, Handflächen großen Teller formen. Die Knete und die zu bearbeitende Fläche mit einem Gleitmittel benetzten.
  2. Anschließend wird die grobe Knete auf der zu bearbeitenden Fläche ausgewalkt, angepresst und wieder abgezogen. Der Lack wird Stück für Stück mit der Knete behandelt. Sobald die aufgenommenen Schmutzpartikel die Knete verschmutzen, ist sie erneut durchzukneten, um wieder eine saubere Oberfläche zu erhalten. Bereits stark verschmutzte Knete ist gegen ein neues Stück Reinigungsknete auszutauschen.
  3. Nach der Bearbeitung mit der groben Reinigungsknete wird der gleiche Vorgang mit der feinen Reinigungsknete wiederholt.

Ohne Poliermaschine geht es nicht

Nach der Grundreinigung des Lacks und dem Abkleben der Kunststoffteile mit Abklebeband geht es mit der eigentlichen Politur los. Die Politur lässt sich zwar auch händisch mit Poliertuch oder Polierwatte durchführen, doch ein gutes Ergebnis lässt sich so nicht produzieren. Kräfteschonender und erheblich gleichmäßiger erfolgt das Polieren mit einer Poliermaschine. Für Anfänger empfiehlt sich eine Exzenter-Poliermaschine. Bei diesen Geräten bewegt sich der Polierteller auf einer exzentrischen Bahn. Die elliptische Bewegung des Tellers erleichtert die gleichmäßige Verteilung der Polierpaste und beugt der Bildung von lästigen Hologrammen im Lack vor.

Die Autopolitur erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird Feinschleifpaste mit einem mittelharten Polierschwamm aufgetragen und bei niedriger Drehzahl auf der zu bearbeitenden Fläche verteilt.  Die Politur mit größerer Drehzahl anschließend in den Lack massieren. Dabei ist die Exzenter-Poliermaschine so zu führen, dass sich der in Bearbeitung befindliche Flächenabschnitt um etwa 50 Prozent mit dem vorhergehenden überlappt. Beim Auftragen ist darauf zu achten, dass der Polierteller eben auf dem Autoblech aufsitzt und nicht verkantet. Die Maschine ist mit moderatem Druck zu führen und gleichmäßig zu bewegen. Eine schimmernde, leicht ölige Oberfläche zeigt an, sobald die Politur in den Klarlack eingedrungen ist. Fällt das Ergebnis der ersten Politur noch nicht zufriedenstellend aus, ist ein zweiter Auftrag mit der Feinschleifpaste vorzunehmen. Anschließend sind die Rückstände mit einem Mikrofasertuch abzunehmen.

Finish und Wachs für lange strahlenden Glanz

Sobald sich der Polierschwamm während der Arbeit stark abnutzt, ist er gegen einen neuen auszutauschen. Nach der Feinschleifpaste wird die Hochglanzpaste mit einem weichen Pad aufgetragen. Die Arbeitsweise bleibt die gleiche. Die Hochglanzpaste wird mit der Poliermaschine gleichmäßig und ohne zu starken Druck über den Lack verteilt. Im Anschluss an die Autopolitur den Lack mit einem Isopropanol-Gemisch reinigen. Eine abschließende Behandlung mit Hartwachs sorgt dafür, dass der im neuen Glanz strahlende Lack lange gegen UV-Strahlung und andere Umwelteinflüsse geschützt bleibt.

Titelbild: Bhakpong / istockphoto
Textbild: Bhakpong / istockphoto